Hatte ich im letzten post von Glück erzwingen gesprochen? Das ging gründlich daneben. Endlich auf dem Weg zum nächsten Etappenziel Richtung Küste, wurde ich Freitag am Busbahnhof Opfer von Trickdieben. Die letzten Wochen habe ich immer noch etwas bemitleidenswert gegrinst, wenn mir wieder einmal ein traveller erzählt hat, wie er ausgeraubt wurde. Nun bin ich also doch auch selbst Opfer geworden. Man hat so gut wie keine Chance, denn trotz erhöhter Aufmerksamkeit (ich hatte geahnt, dass das was nicht stimmt) haben die Säcke es geschafft, dass ich zwei entscheidende Fehler gemacht hab: statt meinen Rucksack direkt am Körper zu haben, habe ich es zugelassen, dass er einen halben Meter über meinem Kopf deponiert wurde. Und dann habe ich ihn wohl für ca. 3-5 Sekunden aus den Augen gelassen. Das hat denen gereicht, um mein komplettes Kamera-Equipment und eine Bauchtasche zu entwenden. Gemerkt habe ich es dann erst im Zielort, als mich der Bus auf 3000m Höhe mitten im Nirgendwo rausgelassen hat. Da wollte ich auch hin, die Rede ist vom Mini-Dörfchen Quilotoa, an einem beeindruckenden Kratersee gelegen. Allerdings wäre ich gerne mit Kamera angekommen. In Kombination mit meiner schon seit 2,3 Wochen andauernden "ich mag nich mehr so richtig"-Stimmung und der durch Magenproblemen angeschlagenen körperlichen Verfassung, war ich die erste Stunde da oben so ziemlich völlig kaputt. Durch einige andere nette Reisende im Hostel, Schlaf und einem bezaubernden Ausflug an den Kratersee Samstag-Morgen hat sich die völlige Verzweiflung jedoch wieder etwas gelegt. Nun bin ich wieder zurück im Hostel in Latacunga, die Stimmung ist beschissen, der Magen hat sich auch wieder verschlechtert. Immerhin haben die ganzen organisatorischen Dinge (eine Kredit-Karte hats auch erwischt) geklappt, und morgen gehts zur Polizei, der hilfsbereite Chef des Hostals steht mir dabei zur Seite. Trotzdem und nach wie vor ist meine Stimmung momentan eher auf die (vorzeitige) Rückkehr in die Heimat eingestellt. Mal schauen, was die nächsten Tage bringen, vielleicht gehe ich doch noch an die Küste für ein bißchen Strand und Surfen, bevor es dann wirklich in Mamis Arme zurückgeht.
Sonntag, 7. Februar 2010
Reisemüde, krank, ausgeraubt.
Donnerstag, 4. Februar 2010
Una noche más! oder: Planungschaos mit Magenproblemen
Eigentlich bin ich Dienstag hier nach Latacunga gekommen, um mir einen in den letzten Wochen entstandenen großen Traum zu erfüllen und den Cotopaxi, einen der höchsten noch aktiven Vulkane der Erde zu besteigen. Es wird wohl ein Traum bleiben. Die Tatsache, dass ich keine zweite Person für die Tour finde, machen der ganzen Sache einen Strich durch die Rechnung. Die guides gehen immer erst mit einer 2er-Gruppe los oder man muss eben einen Haufen Geld hinlegen. Verbunden mit der Tatsache, dass ich nun seit Dienstagabend auch noch mit Durchfall, Kopfweh und allgemeiner Schlappheit rumkränkle, kam es in den letzten 48 Stunden zu ungefähr 3567 Planänderungen. Nach einer erneuten Nacht mit Bauchkrämpfen und wenig Schlaf nun mit folgendem Ergebnis: ich bleibe noch eine Nacht im schönen und billigen Hostal Tiana, der gute Cotopaxi muss ohne mich auskommen und das Alternativ-Programm Quilotoa-Loop wird ebenfalls um die Hälfte gekürzt. Dafür gehts auf direkterem Wege an die Küste: Strand, Surfen, Bambus-Hütte und Hängematte... manchmal muss man das Glücklichsein eben erzwingen. ;)
Anbei noch ein paar Eindrücke der letzten Tage.
Dienstag, 2. Februar 2010
1374,37
Nachdem ich die letzte Woche internetlos verbracht habe und nach wie vor noch Geld einging, hat es etwas länger gedauert mit der Spenden-Abschluss-Rechnung. Gestern habe ich nun aber einen buchhalterischen Schlußstrich gezogen. Und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen: mit eurer aller Hilfe haben wir in kürzester Zeit insgesamt 1374,37 Euro für Frid bzw. Haiti gesammelt. Frid habe ich persönlich ja bereits 500 Dollar in cash zukommen lassen.
Die restlichen 1014,66 Euro werden noch diese Woche an die "Aktion Deutschland hilft" gehen. Weitere Informationen zu diesem Bündnis mehrerer Hilfsorganisationen gibt es hier.
Allen Spendern nochmals VIELEN DANK!